Neue Riggkonfiguration für Küste und Fahrtensegler.
Nachdem die Clarc 33 mit Inshore-Rigg gerade an den süddeutschen Seen schnell Anhänger gefunden hat, wartet die Werft jetzt mit der handlichen und küstenfreundlichen Clubvariante auf. Die erste Clarc 33 mit Clubrigg ist inzwischen ausgeliefert und getestet.
Schon vor der Markteinführung war erkennbar, dass sich auch viele Fahrtensegler für die trailerleichte und schnelle Clarc 33 mit Hubkiel interessierten. Auch Segler klassischer Boote, häufig mit Langkiel, erfreuten sich an der klassischen Optik mit der Aussicht auf mehr Segelspaß und Flexibilität. Grund genug, die Clarc 33 diesen Bedürfnissen anzupassen, ohne die wesentlichen Vorteile der Clarc 33 aufs Spiel zu setzen
Hohe Leistung, Handlichkeit, Liftkiel und Trailerbarkeit.
So entwickelte Clarc Yachts und der Designer Dieter Blank eine etwas kürzere Riggversion, die die Segelfläche am Wind um 6 qm verringerte. Die umfangreichen Leistungsberechnungen versprachen schon ab 2-3 Windstärken kaum spürbaren Einfluss auf die Geschwindigkeit. Nach den ersten Testfahrten steht fest: Die Clarc 33 Club segelt unter allen Bedingungen extrem leicht und handlich. Durch den niedrigen Segelschwerpunkt und den hohen Ballastanteil fährt das schmale Boot sehr steif und aufrecht. Der Reffpunkt liegt deutlich jenseits der 20-Knoten-Marke. Sogar bei Leichtwind beträgt der Geschwindigkeitsunterschied an der Kreuz nicht einmal 0,2 Knoten. Gerade für Küstensegler und Seglern, die von klassischen Fahrtenbooten wechseln, bietet die Clarc 33 Club den perfekten Set - up: Einerseits die gewünschte Handlichkeit und andererseits vollkommen neue, leicht erreichbaren Geschwindigkeitsdimensionen. Mit einem GP-Wert von 599 wird die Clarc 33 Club in dem Vermessungssystem Dansk Handicap der Spitze vergleichbar großer Boote zugerechnet und erreicht diese Werte mit deutlich geringerem Aufwand.
Hohe Geschwindigkeiten, Komfort und einfache Bedienbarkeit sind kein Widerspruch mehr. Die Clarc 33 ist sowohl einhand wie mit kleiner Crew gut zu handhaben und lässt sich über fast den gesamten üblichen Windbereich ohne Veränderung der Segelfläche nutzen.
Mit dem an Deck stehenden Mast lässt sich der komfortable Performance Cruiser leicht trailern und bedarf dank der Rumpfbreite keine behördliche Sondergenehmigung für den Transport.
Nach kurzer Absprache kommt die "YACHT" Ende September morgens zum Test vorbei. Beeindruckend gut vorbereitet nehmen 2 Tester die Clarc bis in die hinterste Ecke auseinander, vermessen mit Lasertechnik und hinterfragen eigentlich alles. Keine Funktion bleibt ungeprüft, keine Klappe geschlossen. Der betriebene Dokumentationsaufwand ist hoch. Wir schauen natürlich mit Interesse von aussen zu. Kleine und berechtigte Verbesserungsvorschläge diskutieren wir offen und nehmen sie auf. Wir sind aber froh, daß (zumindest jetzt) keine grundsätzlichen Kritikpunkte geäußert werden. Naja, vielleicht lesen wir später ja noch etwas dazu... .
Wir finden auf der Flensburger Förde später dann genügend Druck, um das Boot in Bewegung zu präsentieren und Handling sowie Performance darzustellen. Auf der dänischen Seite vor Kragesand brist es etwas mehr auf. Wir schlagen kurz vor dem Strand einen Haken und passieren an deren Heck die überraschten Gesichter einer ankernden dänischen Big boat-Crew. Der Gammel Dansk steht schon auf dem Cockpittisch, doch die Aufmerksamkeit gilt jetzt erstmal uns. Wir kreuzen noch ein Stück weiter und setzen dann den gold gelbenen Gennaker. Sehr zur Freude des Fotografen, denn mit der Sonne gibt das einen schönen Farbkontrast. Das Test-Programm ist lang, die abzuarbeitende Liste läßt wohl keinen Aspekt, der wichtig sein kann, offen. Und so dauert es bis in die Dunkelheit, bis das Boot auf Herz und Nieren durchgeprüft worden ist.
Mittlerweile ist der YACHT-Test veröffentlicht. Lesen SIe mehr - in YACHT 24-10.

Testtag Nr. 2. Wir treffen uns mit dem Konstrukteur Dieter Blank und Stefan Voss von UK Sailmaker Germany an der Flensburger Förde. Nach Feinjustierung am Rigg legen wir ab. Wieder ist die kraftvolle Ansprache des Motors und die Drehfreudigkeit im engen Hafen beeindruckend.
Wir fahren auf eine plätscherige Förde mit nicht einmal 10 Knoten Wind. Die Teilnehmer der parallel laufenden Weltmeisterschaft im Seesegeln setzen alles was sie haben, um vorwärts zu kommen. Wir setzen die Standardbesegelung der Clarc.
Das Großsegel läuft mit den Selden MDS-Rutschern geschmeidig den Mast hoch; ein Ruck und die Genua rollt aus. Die Genua ist schnell eingetrimmt und wir wollen endlich die Am-Windeigenschaften und das Kreuzverhalten der Clarc prüfen. Das schmale Boot legt sich wie seine Vorbilder, Meter-Yachten und Schärenkreuzer, auf die Seite. Aber irgendwas fehlt: Wir hatten bei Krängung Ruderdruck erwartet. Doch die Clarc fährt -egal ob laue Brise oder Böe- absolut ausgeglichen auf dem Ruder. Wir lassen das Ruder los. Das Boot schießt nicht in den Wind, sondern luvt langsam kontrolliert an. Das Boot fährt wie auf Schienen. Das hatten wir bei einem ausgeprägten Kurzkieler so nicht erwartet. Der Konstrukteur, Dieter Blank, grinst zufrieden. Nacheinander wollen wir ans Ruder um das Gefühl zu spüren. Das Ruder wirkt fest und griffig, das Boot reagiert auf kleinste Bewegungen, aber eben nur auf die, die der Rudergänger ihm aufgibt. Dabei stellen wir fest, daß die Clarc am Wind für Top Speed aufmerksames Steuern im "Groove" erwartet und auch der Schotzug an der Genua große Bedeutung hat. Uns verblüfft, wie agil und direkt das Boot einerseits fährt, wie sicher und kurstreu es aber andererseits ist.
Besonders angetan sind wir -trotz teilweiser vorher geäußerter Vorbehalte- von der Cockpitkonsole. Sie bringt nicht nur der Anschlagpunkt für das Großsegel so hoch, das ein Traveller eigentlich gar nicht mehr erforderlich ist. Sie stellt auch gerade beim Amwindsegeln eine äußerst angenehme Fußstütze dar.
Nun wollen wir endlich auch den Gennaker ausprobieren.
Mit den seitlich aus dem Mast austretenden Fallen ist dieser in Nullkommenix hochgerissen. Ohne großes Gefummel mit Gennakerbaum einfach aus dem Sack gesetzt ist das Segel kein Aufwand. Kaum vom Wind gefüllt testen wir die Grenzen aus. Der ausgewogene Allroundschnitt von UK Sails läßt sich leicht auf unter 170° Windtiefe drücken ohne Druck zu verlieren. Bis ca. 70° läßt sich das Segel bei diesen Bedingungen gut fahren. Das Boot fährt bei unter 10 Knoten Wind bereits anhaltend über 7 Knoten. Wir vergeigen die erste Halse und stellen fest, daß zwischen Wantenterminals und Seereling eine kleine Abweiserleine gehört. Sonst kann sich die Gennakerschot beim Halsen unter den Wantenterminals verhaken. Nachdem das Problem erkannt ist, halsen wir immer wieder hin und her. Für jeden Spinnakerfahrer ist es beeindruckend zu sehen, wie leicht die Shifte von statten geht. Ein flüssiger Kurswechsel, eine voll aufgefiert alte Schot und eine zügig gezogene neue Schot. Es macht hörbar "Blobb", das Segel steht, das Ruder wird nachgeführt und schon geht es weiter.
So macht Segeln Laune!
Der Konstrukteur hat während dessen auch ganz natürlich seinen Lieblingsplatz gefunden. In den Heckkorb gekuschelt geniesst er den Überblick von hinten und die angenehme Sitzposition.
Zu guter Letzt wollen wir für Starkwind ermitteln, wie gut das Boot auch ohne Großsegel fährt. Auf dem Weg zum Hafen nehmen wir das Großsegel komplett weg und kreuzen weiter nur unter Genua. Trotz des schmalen Kielschaftes ändert sich an dem Rudeverhalten nichts. Trotz schwachen Windes wird das Boot auch nicht "weich" im Ruder oder zeigt gar Tendenzen zur Leegierigkeit. Stattdessen fährt das Boot bei in der Landabdeckung immer schwächer werdendem Wind noch mit einer Geschwindigkeit von knapp unter 4 Knoten.
Wir erwarten Montag neue Bilder von diesem Tag - Stay tuned!



Die erste Clarc 33 liegt im Wasser. Das Boot macht einen fantastischen Eindruck, sowohl was die Verarbeitung angeht, wie auch, was die Fahrleistungen angeht.
Unser erster Schlag ging gleich von der Kieler Förde über die offene Ostsee nach Flensburg bei 20-25 Knoten Wind und 1 Meter Welle. Das Selden Rigg ist steif in der Längsrichtung und mit den gepfeilten Salingen macht es auch bei härteren Bedingungen einen sehr soliden Eindruck. Die Performance unter Motor und unter Segeln ist sehr überzeugend:
Der Motor spricht sofort an, ist sehr durchzugstark und dreht das Boot ausgesprochen schnell.
Mit den durchgehenden Segellatten, den Selden Mastrutschern und der Harken Rollanlage ist das Segelsetzen ein Kinderspiel. Danach geht es los: Das Boot setzt sich auf jede Welle und surft schnell an, sogar halbwinds. Dabei liegt es lammfromm auf dem Ruder und fährt sich ohne Zicken. Das Boot bewegt sich ruhig in den Wellen und segelt ungewöhnlich trocken. Sogar direkt im Bugkorb saßen wir bei diesen schon etwas härteren Bedingungen ohne Dusche. Der Speed entsprach unseren hohen Erwartungen. Wir fuhren selten unter 7 Knoten, immer wieder längere Strecken über 8, mehrere Dutzend Male über 9 und ca. 1 Dutzend mal über 10 Knoten halbwind und raumschots mit normalen Dreieckssegeln. Das Tagesmax lag bei 13 Knoten (Messung von 2 GPS übereinstimmend).So brauchten wir von Kiel-Schilksee/ Strande in die Flensburger Aussenförde gerade einmal 5,5 Stunden.
Das Süll aussen ist ergonomisch geformt, die Konsole ist angenehm im Segelbetrieb und praktisch im Hafen. Die low profile Seereling gibt Sicherheit und Rückenhalt. Ein echtes Highlight ist das "Sonnendeck" hinten. Man sitzt sehr bequem am Heckkorb angelehnt und hat alles perfekt im Blick. Besonders angenehm war, nach soviel Arbeit während des Segelns mit einem einfachen Griff in die Cockpit-Kühlbox an kalte Getränke zu kommen - einschliesslich angefrorenem Mineralwasser. Die Isolierung scheint zu stimmen...
Aktuelle Bilder hier
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